Während sich Sturm im Endspurt um die Meisterschaft gleich viermal mit Wien duelliert, blickt auch das SturmEcho weit über die steirischen Landesgrenzen hinaus.
Sturm auf die Hauptstadt. Wien ist die Stadt mit den zweitmeisten Steirern. Die Titelstory des SturmEchos liefert Einblicke in die mittlerweile tiefen Verflechtungen zwischen Sturm Graz und der Bundeshauptstadt und erzählt, wer für Sturm in Wien die Fahnen hochhält, wie sich dort eine beeindruckende schwarz-weiße Fanszene entwickelt hat und was der SK Sturm in der Donaumetropole für die Zukunft geplant hat.
Der Trainer am Wort. Seit vier Monaten ist Fabio Ingolitsch Trainer des SK Sturm. Im Klubmagazin spricht der gebürtige Salzburger über seine Spielphilosophie, darüber, wie er sich als Coach, aber auch als Mensch definiert und erklärt, was Sturm für ihn so besonders macht.
Von null auf hundert. „Sturm ist ein großer Klub mit hohen Ansprüchen“, sagt Winter-Neuzugang Ryan Fosso, der sich in kürzester Zeit in die Stammelf der Schwarz-Weißen gespielt hat. Dem SturmEcho erklärt der kamerunische Nationalspieler, wieso er sich für den Gang nach Graz entschieden hat und was den österreichischen Fußball von seinen bisherigen Karrierestationen unterscheidet.
Digitales Mega-Archiv. Es war nichts anderes als eine wahre Mammutaufgabe: 13.934 SturmEcho-Seiten seit 1968 wurden in den letzten Jahren von Sturms Beirat digitalisiert und unlängst für alle Leserinnen und Fußballfreunde online gestellt. Die Ausgabe erklärt das Projekt und verrät, wie das Archiv zukünfitg sogar noch erweritert werden soll.
Stimme Sturms. Im März endete die Stadionsprecher-Ära von Thomas Seidl. Im SturmEcho-Protokoll spricht „Seidi“ über die Energie, die er an der Seitenlinie des Stadions Graz-Liebenau verspürte und lässt seine ganz persönlichen Highlights als „Stimme Sturms“ Revue passieren.
Wiener Liga. Am Ende der Spielzeit 1936/37 kämpfte der steirische Meister Sturm um einen Platz in der höchsten Liga. Dem voraus gingen Duelle mit längst vergessenen Vereinen. Letztlich scheiterte Schwarz-Weiß vielleicht auch deshalb an der Wiener Liga, weil man die Heimspiele in der Körösistraße austragen musste… Das SturmEcho blickt zurück.
Diese und zahlreiche weitere Beiträge lesen Sie im neuen SturmEcho 383, das unter shop.sksturm.at sowie in den SturmShops Hans-Sachs-Gasse, Liebenau und Shopping City Seiersberg erhältlich ist.
Abos und Infos: 0316 / 771 771
INHALT
- Kunstschüsse
- Vorstandsetage (Kolumne)
- Vienna Calling – Sturm auf Wien
- Wiener Partie
- Kurzpässe
Sturm & Drang
- Fabio Ingolitsch im Interview
- Porträt: Ryan Fosso
- Der Problembehr (Kolumne)
- Druck, der gut tut
Sportklub Sturm
- Das gedruckte Klub-Gedächtnis ist nun online abrufbar
- Sponsor Lounge: Manuel Lang von Schnopsn.com
Fankurve
- Schwarzmarkt
- Kurvendiskussion (Kolumne)
Seit 1909
- Thomas Seidl im Protokoll
- Schwarz-weiße Familienchronik: April, Mai, Juni
- Saison mit Sternchen 1936/37: An die Tür der Wiener Liga angeklopft
- Schlusspfiff: Selbstredend selbstklebend
Wien-Win-Situation
Die Millionenmetropole an der Donau ist die zweitgrößte steirische Stadt. Deshalb ist Wien bei aller Konkurrenz auch ein wichtiger Markt für Sturm Graz. Fans „im Exil“ vernetzen sich zunehmend, auch für einen Wiener Fanklub dreht sich „vom Rathaus bis zum Donauturm“ alles nur um Sturm.
Zwischen den beiden Städten liegen nur 198 Kilometer. Und doch trennen Graz und Wien gefühlsmäßig mitunter Welten. Hier die Zwei-Millionen-Metropole und Bundeshauptstadt – da die rund 300.000 Einwohner zählende Landeshauptstadt in der Provinz. Gegenseitige Vorurteile prägen die Beziehung: von den angeblich grantigen, hochnäsigen Wienern bis zum vermeintlich „wilden Bergvolk hinterm Semmering“. In diesem Klima gedeiht freilich auch im Fußball ein Konkurrenzverhältnis, in dem Wien lange Zeit die Führungsrolle innehatte: Im Nachkriegsösterreich gab es erst 1964/65 mit dem LASK einen Meister, der nicht aus der Donaustadt stammte. In den 1970er-Jahren bröckelte die Vormachtstellung vollends und doch dauerte es bis 1997/98, ehe Sturm Graz erstmals die ersehnte Meisterschale nach Graz bringen konnte. Und heute? Während die Schwarz-Weißen zuletzt in den vergangenen beiden Bundesliga-Spielzeiten triumphierten, liegt der letzte Meistertitel eines Wiener Klubs bereits 13 Jahre (Austria Wien) zurück.
Gewachsene Rivalität
Die Partien zwischen Sturm und Rapid gehören zum Emotionalsten und Stimmungsvollsten, das der österreichische Fußball zu bieten hat. Das 2023 in Klagenfurt ausgetragene Cupfinale zwischen Schwarz-Weiß und Grün-Weiß gilt in puncto Fanatmosphäre sogar als Glanzpunkt im europäischen Klubfußball. Die Rivalität ist historisch gewachsen, jahrelang waren von den Kontrahenten Schmähgesänge zu hören. So stimmte die Grazer Kurve etwa häufig „Wiener, asoziale Wiener, schlafen unter Brücken oder in der Bahnhofsmission“ an, worauf die Grünen zu kontern pflegten: „Wir sind eure Hauptstadt, ihr Bauern!“ Oder eben umgekehrt. Abgesehen von den einfallslosen „Grazer Schweine“- beziehungsweise „Wiener Schweine“-Sprechchören kann es auch Überraschendes im Kurvenduell geben. So reagierten die nach Wien mitgereisten Grazer Fans etwa einmal auf ein verhöhnendes Spruchband mit der Aufschrift „Rapid Wien dankt seinen Bauern für Getreide, Obst und Kernöl“ mit dem spontanen und lautstarken Absingen von Gert Steinbäckers Kultsong „Steiermark“. „Das Spruchband hat uns zu einer ohrenbetäubenden Höchstleistung motiviert“, erinnert sich Vorsänger Oliver Parfi an den Moment, der auch das Wiener Publikum sichtlich überraschte.
Doch Wien bedeutet für Sturm mehr als nur die sportliche Rivalität mit seinen Klubs. Die Bundeshauptstadt beherbergt, Tagespendler ausgenommen, mindestens 45.000 Steirerinnen und Steirer und gilt daher als die zweitgrößte steirische Stadt. „Das ist ein ungeheuer großes Potenzial“, sagt Thomas Hofer, der dem Kuratoriumsausschuss von Sturm angehört und sich in Wien seit Jahren um Vernetzung kümmert. Der aus Judenburg stammende Ex-Journalist und nunmehrige Politikberater lebt seit 1992 in Wien. Mitübersiedelt ist seine Leidenschaft für Sturm Graz. „Ich war immer Sturm-Fan, daran hat sich natürlich auch in Wien nichts geändert. In Wien gab es immer schon ein gewisses schwarz-weißes Fundament. Mit den Erfolgen der Ära Ivica Osim und den erfolgreichen Jahren unter Andreas Schicker und Christian Ilzer ist dieses weiter angewachsen“, sagt der 52-jährige Kommunikationswissenschaftler. Nach einem von Hofer initiierten Pilottreffen ist auf Initiative von Sturm-Präsident Christian Jauk damit begonnen worden, Repräsentanten der Schwarz-Weißen vor oder nach Auswärtsspielen nach Wien zu bringen, wo diese Vorträge über ihren Lieblingsklub hielten. Unter den Zuhörern fand man zahlreiche Meinungsbildner, die allesamt vom Sturm-Virus infiziert waren. Und davon gibt es nicht wenige.
Den gesamten Beitrag mit Statements von Christian Jauk, Thomas Tebbich, Oliver Parfi, Thomas Hofer sowie der Schwarzen Szene Wien lesen Sie im neuen SturmEcho 383.