Er ist seit 1970 Chefredakteur des Klubmagazins SturmEcho. Der nun 75-Jährige ist aber auch Sturm-Historiker, Berater, Ideengeber, Longin-Award-Preisträger. Wie kaum ein anderer verkörpert Troger den Verein.
Der bescheidene „Mr. Sturm“
Welche Schuhgröße hatte der Mitte der 1960er Jahre im Sturm-Mittelfeld aktive Anton Wolf? Von welchem Klub ist er zu den Schwarz-Weißen gekommen und hat er nun zwei oder vier Spiele für die österreichische Olympia-Auswahl bestritten? Ein Fall für Herbert Troger. Wann gelang Sturm Graz die längste Siegesserie in Folge, was war die Lieblingsspeise von Vereins-Gründer, Spieler und Obmann Karl Assmann und bei welchem Match hat der nunmehrige österreichische Teamchef Franco Foda in einer gegnerischen Mannschaft gegen Sturm gespielt? Schon wieder ein Fall für Herbert Troger. Wo andere mit den Achseln zucken, weiß er Bescheid. Ein umfassend informierter Fieberkopf, der von einem Virus befallen ist, gegen den es keine Immunisierung, keine Impfung gibt: Sturm Graz.
„Könnte man Sturm mit einer einzigen Person übersetzen, wäre das für mich unser Herbert. Er arbeitet ehrenamtlich für Sturm, er lebt Sturm und er liebt Sturm. Er ist große Sturm-Legende, der selbst nie am Rasen gespielt hat. Daran kann man abschätzen, was er für ein großes Lebenswerk geschaffen hat. Ich gratuliere dem dienstältesten Chefredakteur aller Klubmagazine Europas sehr herzlich zum 75er und möge seine Gesundheit viele schöne weitere Jahrzehnte mit Sturm ermöglichen“, betont Sturm-Präsident Christian Jauk. Das Geburtstagskind wird in Medien gerne als das „wandelnde Klub-Lexikon“ bezeichnet. Ehrenvoll, aber das beschreibt seine Funktion, seine Aufgabe für den Grazer Bundesligaverein nur bruchstückhaft. Mit seiner verbindlichen, konzilianten Art ist der Steirer ein Fixstern am schwarz-weißen Himmel, einer, der im Klub viele kommen und ebenso viele wieder gehen gesehen hat. Wer sich aus seinem Mund ein Schmutzwäschewaschen über Personen oder Ereignisse erwartet, wird enttäuscht. Troger übt sich in der von Barkeepern wie Spitzendiplomaten zur Perfektion gebrachten Eigenschaft der Diskretion: Steht doch über all seinem Handeln und Tun nicht ein egomanischer Drang, kein extrovertiertes Sich-Zur-Schaustellen, sondern vielmehr der Weiterbestand des Vereins. Eingeführt in den Sturm-Kosmos wurde Herbert Troger von seinem Vater, der als Vizepräsident, Schriftführer oder Sturm-Ball-Organisator den Klub über Jahre mit Rat und Tat bereichert hatte. Von Vater und Sohn Troger existiert ein Foto, das beide im Fenster des alten Klubhauses der ehrwürdigen Gruabn zeigt - im Beisein des ehemaligen Stadionsprechers Günther Schrey. Beide tragen blütenweiße Hemden und im Herzen die Liebe zu Sturm Graz. Was die Männer zusätzlich eint, ist ein ausgeprägter Hang zu im modernen Fußball nicht selten in Vergessenheit geratenen Eigenschaften wie Korrektheit, Seriosität oder Loyalität. Herbert Troger sen. und Herbert Troger jun.: Eine generationenübergreifende Achse, deren Protagonisten die Redlichkeit im Sport über die schnelle Schlagzeile, die Eitelkeiten, das Dauermauscheln, die grelle Selbstdarstellung, die Lust am Königsmord, das Verbreiten von Halbwahrheiten oder die Gier auf den schnellen Erfolg stellen.
Bewahrer der Geschichte, Gestalter der Zukunft
Herbert Troger, der noch die Bleisatzära miterlebt hat und einst zum SturmEcho-Andruck nach Deutschlandsberg fuhr, ist das Bindeglied zwischen den jungen Fans in der Nordkurve und den langjährigen Anhängern des Vereins. Er versteht es, Gegensätze zu überbrücken, Menschen zusammenzubringen und Konsens zu schaffen – eine Fähigkeit, die für einen Fußballverein von unschätzbarem Wert ist. Damit verkörpert der heute 75-Jährige genau jene Werte, die im Leitbild des SK Sturm festgeschrieben sind: Ehrlichkeit, Respekt und das Wohl des Vereins an erster Stelle. Nach seinem Studium der Biologie, Chemie und Physik arbeitete Troger zunächst in Forschung und Industrie, bevor er Lehrer und später Schuladministrator an der Handelsakademie Voitsberg wurde. Sein wissenschaftliches Denken und sein Blick für Zusammenhänge kamen auch dem SK Sturm zugute. Seit 1970 leitet er als Chefredakteur das 1968 gegründete Klubmagazin SturmEcho. Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg entwickelte er das älteste Fußballklubmagazin Österreichs zu einer angesehenen Publikation, die neben Vereinsnähe auch kritische Berichterstattung zulässt. Trogers SturmEcho überstand sowohl die journalistische Verwässerung während der Hannes-Kartnig-Ära als auch Versuche, das Magazin durch eine reine Jubelpostille zu ersetzen. Gleichzeitig sorgte er frühzeitig für eine starke Nachfolge und baute mit Benjamin Sikora, Philipp Ullrich, Georg Kleinschuster und Patrick Weißenbacher ein engagiertes Team auf. Gemeinsam widmen sie sich der Erforschung und Bewahrung der Vereinsgeschichte, dem Ausbau des Archivs und der Pflege der Tradition. Auch der vom Klub geschaffene Beirat zur Bewahrung der Tradition und Klubidentität arbeitet unter seiner Ägide, ebenso wie die „Sammlung Sturm“, die das historische Erbe des Vereins langfristig sichern soll. Troger kennt den SK Sturm wie kaum ein anderer: als ehemaliges Vorstandsmitglied, Fan, Berater zahlreicher Präsidenten sowie als Chronist und Ideengeber. Er verfasst Artikel für Vereinsmedien, schreibt Nachrufe und Festreden und steht rund um die Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung. Seine Expertise war wesentlich für erfolgreiche Ausstellungen wie „Jahrhundertsturm“ und „Die Gruabn. Das Herz von Sturm“ sowie für die vielbeachteten Bücher Wir sind Sturm und Mythos Gruabn. Nach Jahrzehnten voller Höhen und Tiefen durfte er zuletzt auch die größten sportlichen Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte mit zwei Meistertiteln, zwei Cupsiegen und dem Double miterleben – Erfolge, die jemand wie er, der dem Verein stets treu geblieben ist, besonders zu schätzen weiß.
Ein Leben für Schwarz-Weiß
Troger kennt den SK Sturm wie kaum ein anderer: als ehemaliges Vorstandsmitglied, Fan, Berater zahlreicher Präsidenten sowie als Chronist und Ideengeber. Er verfasst Artikel für Vereinsmedien, schreibt Nachrufe und Festreden und steht rund um die Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung. Seine Expertise war wesentlich für erfolgreiche Ausstellungen wie „Jahrhundertsturm“ und „Die Gruabn. Das Herz von Sturm“ sowie für die vielbeachteten Bücher Wir sind Sturm und Mythos Gruabn. Nach Jahrzehnten voller Höhen und Tiefen durfte er zuletzt auch die größten sportlichen Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte mit zwei Meistertiteln, zwei Cupsiegen und dem Double miterleben – Erfolge, die jemand wie er, der dem Verein stets treu geblieben ist, besonders zu schätzen weiß. Die Zahl der Geschichten und G’schichterln, die Herbert Troger aus der 117-jährigen Vereinsgeschichte kennt, ist enorm. Der Zahlenmensch verwaltet sie in zahllosen handschriftlichen Aufzeichnungen und digitalen Ordnern, seine private Fotosammlung ist ein wichtiger Beitrag zum Bildgedächtnis des Grazer Vereins. Dank Troger, der seit Sommer 1959 – die 50 Jahre-Feier von Sturm inklusive Festkonzert, Flaggenhissung und Fallschirmspringen war der Initiationsritus – mit Akribie, Passion und viel Herzblut Sturm die Treue hält, ist die Außenwirkung des Vereins eine, die sich auf Geschichtsbewusstsein fokussiert.