Ein Mann im Portrait
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Ex-Präsident Charly Temmel zum Siebziger

Am 20. Juli feiert Karl „Charly“ Temmel, der „Eiskönig“ von Kalifornien und Steiermark seinen 70er. Temmel stand von Juli 1989 bis Dezember 1992 auf der Kommandobrücke des SK Sturm. Heute sponsert er den Sturm-Nachwuchs.

Zwei Männer unterhalten sich
Präsident Christian Jauk und Charly Temmel führen stets angeregte Gespräche. © GEPA pictures

„Jeder weiß, dass der SK Sturm meine große Liebe ist“

„Jeder weiß, dass der SK Sturm meine große Liebe ist. Mein Eisgeschäft spricht gerade junge Leute an, deshalb förderte ich auch den Nachwuchs des SK Sturm über viele Jahre. Es ist ja ganz einfach für mich: einmal Sturm, immer Sturm. Ich hatte viel Glück, habe geschäftlich viel erreicht, ohne Sturm wäre ich nie so bekannt geworden und hätte das alles nicht geschafft. Deshalb sehe ich mein langjähriges Sponsoring auch als kleines Dankeschön an meinen Verein“, so Temmel.

Der 1956 als Sohn eines Gastwirtes geborene Temmel versuchte sich zuerst als Gastwirt in Feldkirchen bei Graz, ehe er gemeinsam mit seiner Gattin Maria die Konditorei in Puntigam – schräg gegenüber der Brauerei – übernahm. Mit hervorragenden Eissorten machte er sich auf Anhieb einen Namen.

Zwei Männer im Gespräch
Zwei große Sturmfans: Bischof Wilhelm Krautwaschl und Charly Temmel. © GEPA pictures

Charlies Engagement bleibt unvergesslich

1989 übernahm Charly Temmel das Amt des Kassenchefs bei Sturm, von Frühjahr 1990 bis Dezember 1992 war er dann Präsident des Klubs. Es war keine einfache Zeit, die durch einige Transfersünden vor seiner Zeit verursachte Schuldenlast sorgte für permanente Sorgenfalten. Sportlich lief es zuerst unter Trainer Gustl Starek mit Rang drei und der UEFA-Pokal-Qualifikation 1990/91 hervorragend, ehe 1991/92 und 1992/93 jeweils der „Fall“ ins mittlere Play-off der obersten Spielklasse erfolgte. Die Mannschaft 1990/91: Konrad; Petrovic; Kogler, Kofler (Radojevic); Thonhofer, Temm, Kristensen, Pegam, Michi Gruber, Holzer; Koschak, Wetl.

Im Dezember 1992 machte Temmel nach dem zweiten Rückfall in die Abstiegsplay-off mit allen finanziellen Konsequenzen schließlich den Platz für Hannes Kartnig frei, der schon seit 1989 massiv in den Klub drängte und mit neuen Visionen viele Fans auf seine Seite brachte. Der Einsatz und das Herz, mit dem Charly Temmel für Sturm arbeitete, werden unvergesslich bleiben, leider fehlte ihm im letzten Jahr das entscheidende Glück.

Drei Männer schauen in die Kamera.
Chary Temmel mit Sohn Swen und Teamchef Ralf Rangnick im GRAWE Klub 1909. © GEPA pictures

International erfolgreicher Unternehmer

Dieses Glück hatte er als erfolgreicher Unternehmer. Nicht nur in der Steiermark baute er sein Eis-Imperium aus und übernahm auch Traditions-Kaffeehäuser wie den Kaiserhof, das Operncafe und das Lewandowski in Bad Aussee. 1995 wagte er den Sprung nach Los Angeles, wo er mit seiner Maria ein Imperium aufbaute, das seinesgleichen sucht. Ein Eislokal und ein Restaurant „Schatzi on Main“ waren der Anfang, es folgten eine Eisfabrik und unzählige Filialen.

Temmels Eis-Imperium: 22 Eislokale in der Steiermark, fünf in Wien, drei am Wörthersee, ein Salon in Istanbul, ein Salon in Venice – Los Angeles, eine Eisfabrik in Phoenix, Arizona, Lewandowski Bad Aussee, Rosegger-Cafe Leibnitz und mehr …

Charly Temmel steckt nach wie vor voller Energie und pendelt zwischen Kalifornien und Graz. Sein Sturmherz hat sich der stolze Vater eines Sohnes Swen, der als Filmschauspieler in Hollywood überzeugt und eine bildhübsche Riegersburgerin geheiratet hat, bewahrt. Mit seiner Gattin Maria schaut er, so er in Graz weilt, immer gerne bei Sturmspielen vorbei.

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