Ein Mann schaut in einem Stadion in die Ferne
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Unser Franco Foda feiert den Sechziger

Der Ex-Nationalspieler aus Mainz, Rekord-Trainer und Titelsammler bei Sturm sowie erfolgreicher Teamchef von Österreich und Kosovo, Franco Foda, feiert am 23. April seinen Sechziger. Die Sturm-Familie gratuliert ganz herzlich.

Eine schillernde Karriere

Am 2. Mai feiert unser Franco, mittlerweile stolzer Opa fünfjähriger Zwillinge, außerdem sein vierzigjähriges Ehejubiläum mit seiner Andrea, der Mutter seine Söhne Sandro und Marco. Seit 18. August 2021 ist Franco Foda Bürger der Stadt Graz. Im Juni 1997 – vor beinahe 30 Jahren – kam Foda vom FC Basel gemeinsam mit Markus Schupp zu Sturm, gerade recht zur Stadioneröffnung und zum großen Erfolgslauf unter Ivica Osim. Für Foda und Schupp ist Graz mittlerweile zur neuen Heimat geworden.

Junger Fußballer in Aktion.
Franco Foda 1997, in seinem ersten Jahr bei Sturm, in Aktion. © GEPA pictures

Die Spielerkarriere

Geboren am 23. April in Mainz als Sohn eines Venezianers und einer Deutschen begann er als Siebenjähriger bei SVW Mainz, 1981 wechselte er zu Kaiserslautern, wo er 1983/84 als knapp 18-Jähriger in der Bundesliga debütierte. Nach Stationen bei Arminia Bielefeld und Saarbrücken spielte er von 1987 bis 1990 wieder bei Kaiserslautern in 87 Begegnungen und erzielte fünf Tore. Besonders erfolgreich waren seine vier Jahre beim Spitzenklub Bayer Leverkusen (113 Spiele, 10 Tore) und dann 1994 bis 1996 die Jahre beim VfB Stuttgart.

Nach einem Intermezzo beim FC Basel holte ihn Heinz Schilcher als Abwehrchef nach Graz. Von 1997 bis 2001 absolvierte Franco bei Sturm 99 Meisterschaftsspiele, 21 Europa Cup- und Champions League-Partien, zehn Spiele im ÖFB-Cup und zwei im Supercup. Ergibt 132 Pflichtspiele für Schwarz-Weiß, insgesamt über 400 Erstligapartien.

Seine Spielerbilanz:

Deutsches Nationalteam: 2 Spiele (1987 unter Trainer Franz Beckenbauer)

Deutsches U-21-Team: 7 Spiele

Zwei DFB-Pokalsiege (Kaiserslautern, Leverkusen)

Zwei Mal Meister (Sturm 1998, 1999)

Ein Mal ÖFB-Pokalsieger (Sturm 1999)

Zwei Mal Supercup-Sieg (Sturm 1998, 1999)

Dreimalige Champions League-Teilnahme (Sturm 1998/99, 1999/2000, 2000/01).

Seit 25 Jahren Trainer: Meister, Pokalsieger, EM-Qualifikation

Ein Mann sitzt auf einer Trainerbank
Franco Foda kann auf eine lange und erfolgreiche Trainerkarriere zurückblicken. © GEPA pictures

Trainerstart 2001

2001 startete Franco Foda bei Sturm als Nachwuchstrainer, Co-Trainer von Ivica Osim und als Trainer der Sturm-Amateure. Von September 2002 bis Juni 2003 war er erstmals Cheftrainer bei Sturm und schied im UEFA-Pokal erst knapp gegen Lazio Rom aus. Nach dem Engagement von Gilbert Gress im Sommer 2003 war Foda drei Jahre lang engagierter Coach der Sturm-Amateure, ehe im Juni 2006 die Ära Foda II bei Sturm begann. Damals stand Sturm unter Hannes Kartnig mit dem Rücken zur Wand. Foda gelang es trotz des Damoklesschwertes Konkurs die junge Mannschaft gezielt zu motivieren und nach einem Abzug von 13 (!) Punkten Rang sieben zu erreichen.

Es folgten vier großartige Jahre nach dem Neubeginn unter Hans Rinner und Christian Jauk. 2008 Rang vier mit 60 Punkten, 2009 Rang vier und zuvor Herbstmeister. 2009/10 sensationell für die Europa League qualifiziert, Rang vier und ÖFB-Pokalsieger mit dem 1:0-Sieg über Wiener Neustadt in Klagenfurt. Mit Leitgeb, Prödl, Jantscher, Beichler, Gratzei und Co. wuchsen zahlreiche Rohdiamanten heran. Höhepunkt war die Saison 2010/11 mit dem überraschenden Gewinn der heimischen Meisterschaft mit 66 Punkten und der abermaligen Europa League-Qualifikation.

Im April 2012 kam es nach einer Pokalniederlage gegen Voitsberg zum vorzeitigen Abschied, der Vertrag wäre im Juni abgelaufen.

Ein Mann und eine Frau im Stadion
Andrea und Franco Foda, seit 40 Jahren ein Erfolgsteam. © GEPA pictures

Kaiserslautern und wieder Sturm

Foda wechselte zu seinem Jugendklub Kaiserslautern, wo er gemeinsam mit seinem Assistenten Thomas Kristl den Aufstieg in die Bundesliga schaffen wollte. 2013 erreichte er Rang zwei, scheiterte aber in der Relegation gegen Hoffenheim. 2014 trennte man sich, als die roten Teufel vom Betzenberg auf Rang vier lagen. Nach Fodas Abgang fiel Kaiserslautern zurück.

Foda III bei Sturm

Am 30. September 2014 verkündete Christian Jauk die Heimkehr von Foda, da Darko Milanic zu Leeds gewechselt war. In den ersten beiden Jahren erreichte Sturm jeweils Rang vier, 2016/17 mit Geschäftsführer Günter Kreissl an seiner Seite schaffte Foda den Herbstmeistertitel und beendete das Jahr auf Rang drei. 2017/18 sollte zum neuerlichen Höhepunkt werden, Sturm lag im Dezember nach 19 Runden mit 44 Punkten auf Rang eins vor Red Bull Salzburg und stand im Pokal-Viertelfinale. Im Frühjahr 2018 wurde Sturm unter Foda-Nachfolger Heiko Vogel mit dem 1:0 über Salzburg Pokalsieger und Vizemeister. Auch ein Foda-Erfolg.

Eine Gruppe Männer beim Spaziergang
Über vier Jahre lang war Franco Foda Teamchef unserer Nationalmannschaft. © GEPA pictures

Rekord als Sturm-Trainer:

353 Meisterschaftsspiele, 29 Cupspiele, 45 Europacup-Spiele macht 427 Pflichtspiele als Sturmtrainer, davon 195 Siege, 96 Remis und 135 Niederlagen. Damit ist Foda vor Ivica Osim mit insgesamt 383 Pflichtspielen klare Nummer eins. Mehr als 10 Jahre Trainer der Sturm-Kampfmannschaft, drei Jahre Trainer der Amateure, ein Jahr Co-Trainer und Nachwuchstrainer, das ist unerreichter Rekord bei Sturm.

Der Teamcoach

Von Jänner 2018 bis März 2022 war Franco Foda rot-weiß-roter Teamchef. 26 Siege, 6 Remis und 15 Niederlagen sind seine Bilanz, am 16. November 2019 schaffte er die umjubelte Qualifikation für die EM unter anderem mit Siegen in Slowenien, gegen Israel, mit einem 0:0 in Polen und einem 6:0 gegen Lettland. Wegen der Corona-Pandemie wurde die EM auf 2021 verschoben, vorerst erreichte man in der Nations League Qualigruppe Rang eins. Bei der EM 2021 schlug sich Österreich tapfer, Höhepunkt war das knappe und unglückliche 1:2 im Achtelfinale gegen Italien im Wembley-Stadion. Als die WM-Qualifikation am 24. März 2022 mit einem knappen 1:2 im Entscheidungsspiel in Wales verloren ging, legte Foda sein Amt zurück und wurde von Ralf Rangnick abgelöst. Seine positive Bilanz für Österreich: 47 Spiele, 26 Siege, 6 Remis und 15 Niederlagen.

Nach einem kurzen Intermezzo beim FC Zürich von Juni bis September 2022 lehnte Foda Angebote aus der Golfregion ab, übernahm aber am 17. Februar 2024 das Nationalteam von Kosovo, das er zu großen Erfolgen führte. Die WM-Quali 2026 scheiterte nach Sensationserfolgen wie dem 4:3 in Bratislava erst im letzten Spiel mit einem 0:1 gegen die Türkei. Die Bilanz bisher: 13 Siege, zwei Remis, nur 6 Niederlagen.

Insgesamt 479 Meisterschaftsspiele als aktiver Akteur in seiner Karriere plus internationale Einsätze und Pokalspiele, dazu 655 Spiele auf der Betreuerbank – eine unglaubliche Bilanz für den Wahl-Grazer, der seit 2017 Sturm-Legende ist. Die schwarz-weiße Familie erhebt sich und gratuliert.

Zwei Männer umarmen sich
Eine Männerfreundschaft verbindet Franco Foda mit Sturm-Präsident Christian Jauk. © GEPA Pictures

Christian Jauk: „Franco Foda war für Sturm ein herausragender Spieler und ein Trainer, der in den vielen Jahren immer wieder große Erfolge einfahren konnte und auch junge Spieler aufbaute. Franco Foda ist einfach ein Stück Sturm-Geschichte und wird mit Legenden wie Ivica Osim, Christian Ilzer, Otto Baric, Karl Schlechta und Gerd Springer einen Ehrenplatz als Trainer in der Sturm-Geschichte einnehmen. Franco ist auch heute Sturm eng verbunden und ist, wann immer es seine Zeit zulässt mit Gattin Andrea bei den Sturmspielen. Franco, wir gratulieren.“

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