Zwei Spieler, die sich umarmen.
Profis

Steirische Kräfte für Schwarz-Weiß

Der SK Sturm Graz verfolgt weiterhin eine klare sportliche Linie. Neben sportlichem Erfolg stehen nachhaltige Entwicklung, Nachwuchsarbeit und gezielte Kaderplanung im Mittelpunkt.

Ein Spieler, der seinen Fuß auf den Ball stellt.
Albert Vallci soll mit seiner Erfahrung die Defensive verstärken. © Tobias Juranitsch

Vertrauen in Jugend, Herkunft und Entwicklung

Der SK Sturm Graz befindet sich in einer Phase der Neuausrichtung. Geschäftsführer Sport Michael Parensen hat diesen Weg bereits zu Beginn seiner Tätigkeit klar umrissen: Der Klub möchte wieder stärker auf eigene Talente setzen, jungen Spielern Entwicklungszeit geben und jene fördern, die wissen, was es bedeutet, für Sturm aufzulaufen. Schritt für Schritt wird dieser Ansatz nun sichtbar.

Ein Beispiel dafür ist Matteo Bignetti. Nach der Verletzung von Daniil Khudyakov steht der 21-Jährige aktuell im Tor der Kampfmannschaft. Vor zweieinhalb Jahren kehrte Bignetti nach drei Saisonen bei Eintracht Frankfurt zu seinem Stammverein zurück. Über Sturm II arbeitete er sich kontinuierlich heran und ist mittlerweile fester Bestanteil des Torhüterteams des Profikaders. Auch am Feld tragen mehrere Spieler aus der eigenen Jugend diesen Weg mit. Leon Grgić, JP Hödl und Luca Weinhandl stehen exemplarisch für die Durchlässigkeit, die Sturm künftig noch stärker leben will. Grgić, geboren in Bruck an der Mur, kam bereits im Kindesalter zum SK Sturm: „Mein Vater hat mir viel von der Zeit unter Ivica Osim erzählt. Der Verein ist das Aushängeschild in der Steiermark, deswegen habe ich Sturm schon immer geliebt.“ Sein Weg begann mit einem Hallenturnier, bei dem er als Neunjähriger Sturm zwei Tore einschenkte – und kurz darauf eingeladen wurde, erstmals im schwarz-weißen Trikot zu trainieren. Seitdem ging es kontinuierlich nach oben, ehe ihn zuletzt eine schwere Knieverletzung stoppte. JP Hödl erfüllte sich mit seinem ersten Bundesligator gegen Ried einen langen Traum. Bereits mit sechs Jahren kam er zu Sturm, stand einst als Ballbub am Spielfeldrand und arbeitet heute täglich daran, sich auf höchstem Niveau zu behaupten. „Es gibt kein Limit – das Limit bin ich selbst“, beschreibt Hödl seine eigene Herangehensweise. Ein besonderes Kapitel schreibt gerade Luca Weinhandl. Innerhalb weniger Monate folgten aufeinander: Debüt in der UEFA Youth League, erste Einsätze in der 2. Liga, ein langfristiger Profivertrag, der U17-Vizeweltmeistertitel mit Österreich und schließlich der Startelf-Einsatz in der UEFA Europa League gegen Feyenoord Rotterdam. Der 17-Jährige überzeugte in der Wintervorbereitung und erhielt das Vertrauen. Neben den genannten Youngsters ist mit Niklas Geyrhofer ein weiterer Grazer ein fester Bestandteil der Kampfmannschaft. Der 27-Jährige Innenverteidiger streift bereits seit 2009 das schwarz-weiße Trikot über.

Ergänzungen mit regionalem Profil

Ergänzt wird dieser Weg durch gezielte Verpflichtungen mit regionalem Bezug. Im Winter stießen mit Paul Koller und Albert Vallci zwei Steirer zum Kader. Koller, gebürtiger Grazer, kehrte aus Altach in seine Heimat zurück und bringt sportliches Entwicklungspotenzial mit. Vallci wiederum bringt weitere Erfahrung in den Kader. Der gebürtige Voitsberger wollte schon früh zu Sturm, wurde einst bei einem Sichtungstraining knapp nicht aufgenommen und ging anschließend seinen Weg über Kapfenberg, Lafnitz, Horn, Salzburg und St. Gallen. Nun schließt sich für den 30-Jährigen der Kreis: Vallci trägt erstmals das Trikot jenes Vereins, zu dem er einst wollte. Der SK Sturm verfolgt damit eine klare Linie. Junge Spieler sollen wachsen, erfahrene Akteure Stabilität geben, regionale Identität wieder stärker sichtbar werden.

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