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STURMECHO #348: Für immer Sturm?

Vereinstreue versus moderner Fussball: Das neue SturmEcho mit einem Doppelpass zwischen Tradition und Karriere, großen Gefühlen und Kommerz.

 

Ewige Treue? Der plötzliche Wechsel von Uros Matic nach Kopenhagen verdeutlichte es einmal mehr: Personalfluktuation ist Alltag im Fußball. Das Fanleben ist durch Transfers stets in emotionaler Wallung. Die Titelgeschichte des neuen SturmEchos wirft einen Blick auf die Situation bei Sturm. Neben Rekord-Trainer Franco Foda, den Langszeitspielern Christian Gratzei und Günther Neukirchner sowie Geschäftsführer Sport Günter Kreissl kommt mit Max Hagmayr auch Österreichs führenden Spielerberater zu Wort.

 

Stimmgewaltig. Sein Kulthit „Steiermark“ zählt bei Heim- und Auswärtsspielen längst zum Song-Repertoire der Nordkurve. Gert Steinbäcker, ein S der legendären STS-Combo und aktuell Solo-Künstler, spricht im Interview über seine Leidenschaft für Sturm, den Fußballsport generell und welche Verbindungen er zwischen Sturm und dem Begriff Heimat erkennt.

 

Hellenischer Granatenfredl. Sein Name: schwer auszusprechen. Seine Fernschüsse: schwer zu halten. Charalampos Lykogiannis trumpft in Sturms Hintermannschaft als verlässlicher Ruhepol, der durch Robustheit und Reaktionsschnelligkeit besticht, auf. Das Portrait von Sturms schussgewaltigem Griechen beleuchtet aber auch seinen feinen Sinn für Humor, englische Zukunftspläne und Schwächen für steirische Hausmannskost.

 

Akademiker. Dietmar Pegam hat beim SK Sturm die Aufgabe eines „Gärntners“: Als Geschäftsführer der Akademie Steiermark – Sturm Graz wacht er über jene Jungkicker, die an der HIB Liebenau unter schwarz-weißer Führung „heranwachsen“. Ein Gespräch über den Status Quo der Akademie und Begehrlichkeiten der Konkurrenz.

 

Gruabnfunding. Heimat bist du großer Spiele. Der baufälligen Holztribüne in der legendären Gruabn droht der Abriss. Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne, die dieses Szenario verhindern soll – getragen von Fans des SK Sturm unter dem Namen „Initiative für den Erhalt der Gruabn-Holztribüne“. Das Kollektiv 1909 erklärt in seiner Kolumne, wie diese Initiative unterstützt wird.

 

Namenloser Gentleman. Heute sind sie Usus, 1971 war Adolf Remy als erster deutscher Trainer in Österreich jedoch ein Exot. Im SturmEcho erinnert er sich an seine Entdeckung Kurt Stendal, die Regenspiele vom Frühjahr 1972 sowie seine Dauerpräsenz in den Grazer Gazetten, die ihm mit „Halbzeit-Trainer“ und „Gentleman“ gleich mehrere Kosenamen gaben.

 

Diese und 20 weitere Beiträge lesen Sie im neuen SturmEcho #348, das ab sofort im Fanshop Girardigasse, im Trainingszentrum Messendorf sowie an Spieltagen im Fanshop Liebenau erhältlich ist. 

 

Bestellungen: shop.sksturm.at

 

Abos und Infos: 0316 / 771 771

Für immer treu?

Vereinstreue, einst ein hoch geschätzter Wert im Fußball, ist in die Jahre gekommen. Auch Sturm Graz ist in der Realität der modernen Fußballwelt angekommen. Ein Doppelpass zwischen Tradition und Karriere, großen Gefühlen und Kommerz.

 

Eben noch hierzulande auf den Schultern vom Platz getragen, jetzt schon im hohen Norden aktiv. Im vergangenen Sommer noch in den Niederlanden, dann ein paar Monate in Graz, nun bereits in Dänemark auf dem grünen Rasen im Einsatz. Und was, wenn Uros Matic beim FC Kopenhagen auch eine glänzende Figur macht? Werden Vereine aus England rufen? Aus Deutschland? Aus Spanien? Der 26-jährige Matic wird wohl nicht in Dänemark seine Pension als Fußballer antreten. Das ist der Lauf der modernen Fußballwelt, nur Romantiker, die noch an die gute alte Vereinstreue glauben, werden über die ständige Transferbereitschaft der Kicker frustriert sein. 

 

Sie küssen nach erzielten Toren oder errungenen Titeln das Vereinslogo. Sie werden nicht müde, in Interviews ihre Liebe zum Verein zu bekunden, doch wenn der Vertrag eines anderen, noch renommierteren Klubs unterschriftsreif ist, werden dann nicht wenige schwach und streifen ein neues Trikot über. Der Farbenwechsel schmerzt den Fan. Tut weh. Und ärgert. Man fühlt sich in seiner Gutgläubigkeit getäuscht – oder sollte man lieber sagen – um eine Illusion betrogen. Die über Monate, auch Jahre aufgebaute Beziehung wird einseitig aufgekündigt, zurück bleiben positive Erinnerungen, ein paar Trikots mit dem Namen des Lieblingsspielers sowie ein generelles Unbehagen über einen Sport, der von den Gesetzen des Kommerzes bestimmt ist. Wer zahlt, schafft an. Auch im Fußball.

 

Begrenzte Verdienstmöglichkeiten

 

Man müsse das Phänomen der „Klubtreue“ realistisch sehen, sagt Sturm-Trainer Franco Foda, selbst ein Musterbeispiel für lange Zugehörigkeit zu einem Verein. Gute Spieler müssten die Möglichkeiten nutzen, die ihnen große internationale Vereine bieten können. Und die führten eben oft weg vom Stammverein. Auch ein Uros Matic habe sich hier in Graz zwar sehr wohl gefühlt und wäre gerne hier und dem Verein treu geblieben, „aber wenn er in Kopenhagen ein Vielfaches mehr verdient …?“, zeigt Foda Verständnis für abwandernde Topkicker. Spieler müssten in der kurzen Lebensphase ihrer aktiven Zeit als Spitzensportler eben „das Optimum herausholen”. In Österreich sei es generell schwierig, talentierte Spieler bei den Vereinen zu halten, da hier die Karriere- und Verdienstmöglichkeiten begrenzt sind. Ganz selten blieben Spieler, wie etwa ein Steffen Hofmann bei Rapid oder Christian Gratzei ihren Klubs treu. Auch Deni Alar fühle sich trotz internationalen Angeboten seinem Verein sehr verbunden.

 

Stichwort Christian Gratzei. 36 Lenze hat der Torhüter mittlerweile am Buckel und spielt heuer eine beeindruckend starke Saison. Über DSV Leoben und den GAK (wo er aber kein Meisterschaftsspiel bestritten hat) kam der Obersteirer 2002 zu Sturm. Am 8. März 2003 debütierte Gratzei  in der höchsten Spielklasse im Match gegen SW Bregenz, seither gehört er zu den Leistungsträgern. Höhenflüge und Tiefs inklusive, wie etwa die Zeit, als ihm Benedikt Pliquett als Nummer eins vorgezogen worden war. Ob er da nie daran gedacht habe, Sturm Graz zu verlassen? „Nein, wirklich nicht. Als Nummer zwei habe ich auf den Tag X hingearbeitet, wenn ich wieder die Chance bekomme“, sagt Gratzei. Man versuche eben, im Training das Beste zu geben und die Rolle, die der Verein für einen vorsieht, zu erfüllen. Damals wie heute.

 

Den ganzen Text mit Statements von Rekordspieler Günther Neukirchner, Geschäftsführer Sport Günter Kreissl und Spielerberater Max Hagmayr lesen Sie im neuen SturmEcho #348.

INHALTSÜBERSICHT

VORSPIEL

Schwarz-weiße Nachrichten

Schnappschuss: Martin Behr

 

DIE PROFIS

Der Problembehr: Kolumne

Für immer treu?

Statistik: Die treuesten Sturm-Spieler

Seitenwechsel: Kolumne

Statistik: Franco Fodas Trainerkarriere bei Sturm

Charalampos Lykogiannis im Porträt

 

SPORTKLUB STURM

Vorstandsetage: Kolumne

Leitbild: Beteiligung aller gefragt!

Sponsorlounge: Dieter Buchberger

Mitarbeiter: Werner Ernst

Schwarze Szene

 

STURM UND DRANG

Akademie: Dietmar Pegam im Interview

Jugend: Katrin Wiltschnig im Porträt

 

FANKURVE

Wir sind Sturm!: Gert Steinbäcker

Mitgliedergeburtstage

Fanshop

Beim Wort genommen: Kolumne

 

RÜCKPASS

Schwarz-weiße Familienchronik

Negativserien

Die großen Elf: Trikots

Protokoll: Adolf Remy

Seitenblicke: SturmEcho #145

Was wurde aus Alfred Wirth?

 

Ergebnisse

Spielplan