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STURMECHO #345: GOALIES

Goalie, Keeper, Schlussmann – der Torhüter hat viele Namen, aber seine Aufgabe ist immer dieselbe: Gegentreffer verhindern, und zwar um jeden Preis. Eine gute Parade gebiert oft Legenden, Fehler sorgen dagegen für Hohn und Spott. Und auch sonst schreiben die Männer zwischen den Pfosten so manche unterhaltsame Geschichte. Deswegen begibt sich das SturmEcho in der neuen Ausgabe auf die Spuren der schwarz-weißen Schlussmänner.

 

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der SturmEcho-Titelgeschichte treffen sich die Tormann-Generationen. Goalie-Talent Luka Maric, Kampfmannschaft-Keeper Michael Esser und Legende Walter Saria sprechen über ihre Profession. Dazu gibt Tormann-Coach Martin Klug Einblick in die Trainingspraxis. 

 

Schlussfrau. Anna-Carina Kristler hütet den Kasten der SK Sturm Damen. So tickt die Frau, die sich mit den schwarz-weißen Ladys den Weg in die Bundesliga gebahnt hat und sich mit ihrem Team heuer für die Damen-Champions-League qualifizieren kann. 


Hüftschwung. Otto Konrad war der Goalgetter unter den österreichischen Torhütern. Er traf aber nicht nur für die Salzburger Austria, sondern war auch für den SK Sturm erfolgreich. Im SturmEcho-Protokoll lässt er sein Tor mit anschließender Lambada-Einlage revuepassieren.

 

Hellene mit Herz. Anastasios Avlonitis ist im Winter als Madl-Ersatz an die Mur gewechselt und seitdem nicht mehr aus der schwarz-weißen Innenverteidigung wegzudenken. Das bewegt den Mann, der viel mehr ist als bloß ein Lückenfüller.

 

Alles für den SK Sturm, goi? Sieglinde Schausberger kommt zwar aus Oberösterreich, ist aber trotzdem bei jedem Sturm-Spiel dabei – und zwar egal ob in Graz oder anderswo in Österreich oder Europa. Dafür nimmt sie so einiges auf sich. Wir haben die „Alles-Fahrerin" zum Gespräch getroffen.

 

Im Rückspiegel. Im Jänner ging in Graz die Generalversammlung 2016 über die Bühne. Das SturmEcho blickt auf die Veranstaltung zurück. Was wurde gesagt? Worüber wurde abgestimmt? Wohin führt der Weg des SK Sturm? Die antworten gibt’s im neuen Heft. 

 

Diese und 21 weitere Beiträge lesen Sie im neuen SturmEcho #345, das ab sofort im Fanshop Girardigasse, an Spieltagen im Fanshop Liebenau sowie im Trainingszentrum Messendorf erhältlich ist.  


Bestellungen: shop.sksturm.at 

Abos und Infos: 0316 / 771 771

LIZENZ ZUM HANDSPIEL

Sie sind der elfte Mann, die Letzten ihres Teams am Platz: Torhüter. Oft als schräg verschrien, agieren sie auf dem schmalen Grat zwischen Buhmann und Held. Das SturmEcho besuchte ein Tormanntraining und lud zum Treffen der Generationen: Luka Maric, Walter Saria und Michael „Bruno“ Esser. 

 

Ein, zwei kurze schnelle Schritte nach vorne und schon fliegt der Körper geschmeidig nach links. Aufstehen, zurückgehen und wieder nach vor, diesmal geht es nach rechts unten. Beide Male werden die Bälle im matschigen Erdreich festgehalten. Es spritzt. Hose und Leibchen tragen längst braune Schlieren, Spuren des nassen Platzes. Aufstehen, ein, zwei Schritte nach vorne und diesmal fangen die Hände gemeinsam mit der Brust den aus nächster Nähe abgeschossenen Ball ab. Sekunden später zappelt eine Kugel im Kreuzeck. Ein Hauch von Unkonzentriertheit zeigt sofort Folgen. Egal. Aufstehen, ein, zwei Schritte nach vor: Die nächsten Bälle warten schon.

 

Tormanntraining in Graz-Messendorf. Bei feuchtkaltem Wetter werden die Torhüter Michael Esser, Christian Gratzei und Tobias Schützenauer vom Trainer Martin Klug warmgeschossen. Zuvor spielte sich das Trio zwischen roten, blauen und grünen Hütchen die Bälle zu, schnelles Zupassen mit links stand am Beginn des Aufwärmtrainings. Dazwischen immer wieder Armkreisen, Kurzsprints, Sprünge sowie In-die-Hände-Klatschen. Und spucken. Wenn Martin Klug „ready and go“ ruft, geht es zur Sache. Mit hartem Schuss prüft der 34-jährige Steirer seine Schützlinge. Zwischendurch gibt er „Sicherheitsschüsse“ ab, um bei den Torhütern das Selbstvertrauen zu heben, dann versucht er, Tore zu erzielen. „Grenzen ausloten“, heißt dieser Trainingsteil. Das Zuckerbrot-und-Peitsche-System. 

 

Sind Goalies schräge Vögel?

Der Goalie, das unbekannte Wesen. Was sind das für Menschen, die ohne Rücksicht auf eigene Verletzungen einem anrennenden Stürmer entgegenrennen und versuchen, ihm den Ball vom Fuß zu nehmen? Die sich schon durch ihre Kleidung von den Mitspielern abheben, bei Eckbällen in luftige Höhen aufsteigen und sich mit bulligen Kopfballspezialisten in knochenharte Duelle begeben? Die als letzter Mann die Lizenz zum Handspiel haben, meistens nur nach einem siegreichen Elfmeterschießen gefeiert werden, sonst aber Gefahr laufen, nach nur einem Fehler im Spiel als Buhmann abgestempelt zu werden? Wie schrieb Fritz Hack im Buch „Torhüter des Jahrhunderts“? „Der Torhüter ist der einzige Spieler seiner Mannschaft, der ein Treffen verlieren kann. Er kann es aber niemals durch eigene Anstrengung gewinnen.“ Wird man da nicht zwangsweise zum Sonderling und Einzelkämpfer? „Mitnichten“, sagt Tormanntrainer Martin Klug. Natürlich handle es sich um eigene Persönlichkeiten, auf die von außen viel Druck ausgeübt werde. Sie hätten eine hohe Verantwortung und müssten oft eine Führungsrolle übernehmen. Aber die Zeiten, in denen Goalies stets schräge Vögel sein mussten, seien vorbei: „Heute gibt es auch unter den Feldspielern viele, die polarisieren.“

 

Manuel Neuer ist nicht unbedingt ein Trendsetter. Es gab berühmte Vorbilder für das raumgreifende Torwartspiel des deutschen Startorhüters. Schon vor dem Ersten Weltkrieg etwa hielt der Waliser Leigh Richmond Roose (1877–1916) den Ball ständig in seinen Händen und lief mit ihm sogar bis zur Mittellinie. Was damals auch erlaubt war. Das aktive Spiel von Roose, der auf dem grünen Rasen als Exzentriker galt, wurde erst durch eine Regeländerung im Jahr 1912 unterbunden. Seither ist der Goalie an den eigenen Strafraum gebunden, zumindest wenn er mit der Hand agieren will. Für Tormanntrainer Klug ist Manuel Neuer ein Vorbild, weil dieser in der Fußballneuzeit die Position des elften Mannes neu definiert habe. In Sachen Zielverteidigung, also der direkten Verhinderung eines Gegentreffers, nennt der Sturm-Tormanncoach aber auch den Namen Yann Sommer, der bei Mönchengladbach unter Vertrag steht: „Ein Klassemann.“

 

Martin Klug hat seine Karriere eigentlich als Feldspieler gestartet. Erst als sich der Stammgoalie des FC Ligist verletzt hat, wechselte der Verteidiger die Position – nach ganz hinten. Sein Vorbild damals sei Alexander Manninger gewesen: „Leider habe ich es nicht geschafft, Profi zu werden. Es gab zwar zwei Probetrainings bei der Wiener Austria, aber daraus ist nichts geworden.“ Umso stolzer ist er, dass er als jüngster Tormanntrainer in die Geschichte der heimischen Bundesliga eingegangen ist. Der ausgebildete Sportwissenschafter betont, wie wichtig es als Torhüter ist, binnen Sekundenbruchteilen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Herauslaufen oder auf den Stürmer warten? Fausten oder fangen? Aus diesem Grund setzt Klug, der sich als Mentalcoach einen Namen gemacht hat und beim Training stets ein iPad dabei hat, auch auf „Gehirntraining“. 


Den gesamten Text mit Statements von Michael Esser, Walter Saria und Luka Maric lesen Sie im neuen SturmEcho #345

INHALTSÜBERSICHT

VORSPIEL

Schwarz-weiße Nachrichten

Schnappschuss: Martin Behr

 

DIE PROFIS

Kolumne: Seitenwechsel

Goalies – Lizenz zum Handspiel

Kolumne: Der Problembehr

Anna-Carina Kristler im Interview

Tasos Avlonitis im Porträt

 

SPORTKLUB STURM

Die Generalversammlung im Rückspiegel

Hans Rinner im Interview

Kolumne: Vorstandsetage

Sponsorlounge: Christian Royer

Schwarze Szene

 

STURM UND DRANG

Markus Hiden im Interview

 

FANKURVE

Mitgliedergeburtstage

Kolumne: Beim Wort genommen

Wir sind Sturm!: Sieglinde Schausberger

Fanshop

Kolumne: Kollektiv 1909

Neuer Sturm-Ball

 

RÜCKPASS

Schwarz-weiße Familienchronik

Die großen Elf: Torhüter

Protokoll: Otto Konrad

Was wurde aus Günther Paulitsch?

Seitenblicke: SturmEcho 118

 

Ergebnisse

Spielplan