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STURMECHO #340: SAMBA STURM

Es ist wieder soweit: Eine Fußball-Weltmeisterschaft steht vor der Tür. Im Frühsommer 2014 spielt sich die Creme de la Creme des Weltfußballs in Brasilien den Titel aus. Doch wie viel „Brasil“ steckt eigentlich im SK Sturm? Diese Frage stellten wir uns bei der Planung des SturmEchos #340. Herausgekommen ist eine einzigartige Ausgabe, die mit interessanten und kuriosen Querverbindungen zwischen Sturm und dem Land des Fußball-Rekordweltmeisters aufwarten kann.



DER BRASILIANER: Odilon Ribeiro „Tesourinha“ war in den 1960er-Jahren der erste Brasilianer, der sich das Sturm-Dress überstreifte. Kurz vor seinem 80. Geburtstag steht er dem SturmEcho Rede und Antwort.



DER WM-STARTER: Anel Hadzic steht im erweiterten WM-Kader Bosnien und Herzegowinas und darf sich große Hoffnungen machen, in Brasilien zum Einsatz zu kommen. Im SturmEcho erzählt er von seinen Erwartungen und seinen Erlebnissen mit Dzeko und Co.



DIE VERMITTLER: Die Sturm-Fans Gert Kolly und Otto Urlepp erzählen von Ihrem Versuch, die jungen Ronaldinho und Adriano an die Mur zu lotsen. Und sie berichten, woran die Spielerwechsel scheiterten.



DIE AUSERWÄHLTEN: Ganze 11 Spieler in Diensten des SK Sturm nahmen bisher an Fußballweltmeisterschaften teil. Das SturmEcho verrät, welche Schwarz-Weißen von Schweden 1958 bis Frankreich 1998 im internationalen Rampenlicht von Weltmeisterschaften standen.



DER ORGANISATOR: Wenn in Messendorf das Mini-Masters über die Bühne geht, gastieren einige der besten Jung-Kicker Europas in Graz. Im SturmEcho spricht Mitorganisator und Jugend-Trainer Thomas Raffl über das Turnier, seine Trainingsphilosophie und die Arbeit beim SK Sturm.



DIE SPORTLICHE LEITUNG: Dazu nehmen General Manager Gerhard Goldbrich und Trainer Darko Milanic in einem ausführlichen Interview Stellung zur abgelaufenen Saison Stellung und sprechen über Lernprozesse innerhalb der Mannschaft und die Ziele für die Saison 2014/15.



Diese und 25 weitere Beiträge lesen Sie im SturmEcho #340, das ab sofort im Sturm-Fanshop in Liebenau sowie im Trainingszentrum Messendorf erhältlich ist.


Bestellungen: shop.sksturm.at

Abos: +43 316 771 771

Infos: echo.sksturm.at

 

DIE KLEINE SCHERE

Vor 50 Jahren wechselte Odilon Ribeiro, genannt Tesourinha, zu Sturm. Er war der erste brasilianische Legionär der Vereinsgeschichte. Ein Gespräch zum 80. Geburtstag.



Ein dreifacher Weltfußballer könnte es eigentlich wissen. Also wurde der brasilianische Ronaldo einmal gefragt, warum ausgerechnet in seiner Heimat der einst in England entstandene Fußball derart erfolgreich zelebriert wird. „Es ist schwer in Worte zu fassen“, meinte der ehemalige Stürmerstar, „aber Fußball ist einfach Teil unserer Kultur.“ Doch wer braucht schon Erklärungen, wenn die Zahlen für sich sprechen: Fünf Weltmeistertitel und damit so viele wie keine andere Nation haben die Brasilianer bereits gesammelt. Heuer kämpfen sie zum zweiten Mal im eigenen Land um den Turniersieg und hoffen auf alles, nur keine Wiederholung.



„Jede Nation hat seine nationale Katastrophe, sein Hiroshima. Für Brasilien war es die Niederlage gegen Uruguay“, stellte der brasilianische Dramatiker Nelson Rodrigues nämlich einst fest. Und meinte damit das 1:2 im Finale gegen den Nachbarstaat bei der Heim-WM 1950, als im Maracana-Stadion 200.000 Menschen die Seleção zum Titel peitschen wollten. Es dauerte acht weitere Jahre, bis der 17-jährige Pele sein Land bei der WM in Schweden in Freudentaumel versetzte und zum ersten Mal zum Titel schoss. Bei der darauffolgenden Endrunde in Chile durfte Brasilien den zweiten Stern auf sein Trikot sticken. Im Jahr 1962 war Brasilien somit das, was Spanien seit Beginn ihrer Großereignis-Siegesserie 2008 in Wien war: die unumstrittene Fußball-Weltmacht mit Spielern, die mit ihren spielerischen Fähigkeiten alle anderen überstrahlen.



Und so mag es gar nicht weiter verwundern, dass sich im Sommer 1963 plötzlich bei einer leichten Trainingseinheit des FC Dornbirn mehr Zuschauer einfanden als jemals zuvor oder danach. „Es war ein Wahnsinn. 1.000 Leute waren gekommen“, erinnert sich Ludwig Winsauer, der als Spieler dabei war. Sein Team stand gerade vor seiner ersten Saison in der Staatsliga, der höchsten Spielklasse Österreichs. Aber er und seine heimischen Kollegen wussten genau, dass die vielen Zuschauer nicht ihnen beim Dehnen und Passen auf die Beine schauen wollten – sie kamen wegen zwei Männern, deren Heimatland tausende Kilometer weiter südöstlich lag. Sie kamen wegen zwei Spieler aus dem Land des amtierenden Weltmeisters – wegen zwei der ersten Brasilianer im österreichischen Fußball: Sadi und Tesourinha.



Die beiden Stürmer vom südbrasilianischen Provinzverein Gremio Porto Alegre waren in Vorarlberg ein Ereignis. So wie Jacare, den die Wiener Austria schon ein Jahr zuvor, 1962, als ersten Brasilianer und gleichzeitig ersten dunkelhäutigen Spieler nach Österreich gebracht hatte. Oder Chico und Paulinho, die beim LASK bzw. der Vienna auf Torjagd gingen. Doch während die Letztgenannten alle einige Jahre bei ihren Klubs blieben, konnte sich der äußerste Westen Österreichs nur ein Jahr lang an seiner Attraktion erfreuen. Sadi kehrte nach dem Dornbirner Abstieg bereits im darauffolgenden Sommer wieder nach Brasilien zurück, Tesourinha zog weiter. Er trainierte bei Nürnberg, doch es wurde ein schwarz-weißes Trikot mit einer Fahne: Ab 1964 war er der erste Brasilianer in der Steiermark und Publikumsliebling – beim SK Sturm.



Genau 50 Jahre später ist er schon lange zurück in Brasilien. In seiner Heimatstadt Porto Alegre erfreut sich der mittlerweile 80-Jährige bester Gesundheit. Dass sich sein alter Verein, für den er fünf Jahre lang im fernen Europa die Fußballschuhe schnürte, tatsächlich für ihn interessiert und extra einen brasilianischen Fotografen beauftragt hat, um ihn im alten Stadion seines Ex-Klubs Gremio zu fotografieren, will er gar nicht recht glauben. Es schmeichelt ihm. Und lässt ihn nur noch länger in Erinnerungen schwelgen.



Odilon Ribeiro, Sie kamen mit 30 im Jahr 1964 zu Sturm und waren vor allem als Tesourinho bekannt. Aber auch der Name Tesourinha findet sich in den Aufzeichnungen. Wie heißen Sie denn wirklich? Tesourinha II ist richtig, wenn man es ganz genau nimmt. Der Name kommt ja von Tesourinha, dem Ersten. Er war wie ich aus Porto Alegre und war später bei Vasco da Gama in Rio de Janeiro Teil eines großartigen Teams. Er war Nationalspieler, hat aber wegen einer Verletzung nicht bei der WM 1950 gespielt. Irgendwie kam es da in Österreich zu Verwechslungen bei meinem Spielerpass. Die haben einfach eine männliche Form aus meinem Namen gemacht.



Wie kamen Sie zu Ihrem Namen? Bei einem Jugendspiel der Cruzeiros Porto Alegre kam ein Kommentator aus Bahia, und er hat mir den Namen gegeben. Er hat gesagt, ich wäre die perfekte Kopie von Tesourinha – deshalb war ich Tesourinha II. Das Original hat sich übrigens auch darüber gefreut, dass ich seinen Namen weitergetragen habe ...



Das gesamten Beitrag lesen Sie im SturmEcho #340.

INHALTSÜBERSICHT

VORSPIEL

Sturm-Zeit Kalender

Der literarische Schnappschuss von Reinhard Braun


DIE PROFIS

Kolumne: Der Problembehr

Saisonrückblick: Die verflixte 201

Gerhard Goldbrich und Darko Milanic im Interview

Gemeisterte Krisen in Schwarz-Weiß

Anel Hadzic im Porträt

Imre Szabics im Interview


SPORTKLUB STURM

Kolumne: Vorstandsetage

Hans Fedl im Interview

Sponsorlounge: Robert Adam

Schwarze Szene


STURM UND DRANG

Mini-Masters: Europa in Messendorf

Wir sind Sturm!: Thomas Raffl

Kolumne: Seitenwechsel


FANKURVE

Hugo Seidl und Thomas Frühauf im Interview

Reinhard Hochegger im Interview

Schwarzmarkt

Sturm-TV: Der Klub im Fokus

Mitgliedergeburtstage

Kolumne: Das Ganze ist mehr als die Summeseiner Teile


RÜCKPASS

Die kleine Schere

Protokoll: Wie Sturm Ronaldinho und Adriano nicht verpflichtete

Die großen Elf: Wir sind WM!

Schwarz-weiße Familienchronik

Erich Fuchs und Michael Glawogger zum Gedenken

Was wurde aus Anton Pichler?

Seitenblicke: Ein Hoch nach dem Tief?