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SturmEcho #337: Wie viel Sturm steckt in Sturm?

Ehemalige Spieler sind bei Sturm allgegenwärtig. Das neue SturmEcho geht zusammen mit Vereinslegenden auf die Suche nach dem so oft zitierten Sturm-Geist.

 

STURM-GEISTER. Mario Haas, Markus Schopp und Günther Neukirchner arbeiten für den Verein, für den sie schon in ihrer Kindheit aktiv waren. Im Gespräch mit dem SturmEcho erklären die Säulen der 98er-Generation das besondere Umfeld des Klubs und warum sie Sturm für immer verinnerlicht haben.

 

STURM-DAME. Besondere Rollen in Messendorf spielt auch Anna-Carina Kristler – am 1er-Platz und in der Kantine. Die Torfrau der Sturm-Damen über die vorbildliche Gleichstellung der Frauen im Verein und das Gerücht der Stutenbissigkeit.

 

STURM-MIKE. Bissig im Strafraum der UPC Arena, fotogen auf der neuen Fanshop-Fassade. Michael Madl konnte in seinem ersten Jahr bei Sturm auf und abseits des Feldes überzeugen. Der Abwehrspieler über die abgelaufene Saison und seinen neuen Verein, bei dem „immer was los“ ist.

 

STURM-TAKTIKFUCHS. Wie viel bei Sturm früher los war, weiß Robert Pflug. Immerhin war er Spieler, Co-Trainer und Cheftrainer der Schwarz-Weißen. Das SturmEcho erzählt, was aus dem letzten österreichischen Sturm-Trainer vor Markus Schopp geworden ist.

„Wir leben Sturm“

Daniel Beichler hat vor kurzem gesagt, man müsse Sturm verstehen, um hier Erfolg zu haben. Was meint er denn damit? Schopp: Jeder Verein hat eine gewisse Historie. Es ist wichtig, dass man das Innenleben und Denken eines Vereins versteht. Der SK Sturm von heute wurde vor allem Mitte der 1990er durch den Trainer Ivica Osim geprägt. Und das hat uns drei, so wie wir da jetzt sitzen, den Verein, aber auch andere mitgeprägt. Aber nicht nur uns, auch die Erwartungshaltung an den Verein. Damals ist etwas Besonderes im Innenleben des Vereins entstanden und ich glaube, genau das hat Daniel Beichler gemeint. Da geht es um Kleinigkeiten wie den Umgang miteinander und ein Kollektiv, das zusammenhält.

 

Neukirchner: Wenn du so etwas – wie die erfolgreiche Zeit unter Osim – miterlebst, hast du eine ganz andere Beziehung, wenn du wieder beim Verein bist als jemand, der hier neu anfängt. Diese Atmosphäre hat uns ausgezeichnet und zeichnet den Verein auch heute aus. Wenn du so etwas lebst und erlebst, bist du mit viel Herzblut dabei. Dann ist das kein normaler Job für dich, dann beschäftigt dich dein Verein 24 Stunden am Tag.

 

Wie hat sich die familiäre Atmosphäre ausgedrückt? Schopp: Wir sind in ganz jungen Jahren zu diesem Verein gekommen– der Mario mit acht, der Günther mit neun, ich mit zehn. Wir waren alle als kleine Burschen in der Gruabn, und es war das große Ziel, irgendwann in dieser Mannschaft stehen zu dürfen. Und nicht nur das, wir durften gemeinsam auch so erfolgreich sein. Das hat es auch für Außenstehende wie zum Beispiel Legionäre so einfach gemacht, dieses familiäre Gefühl schnell aufzusaugen. Ich habe bei vielen anderen Vereinen gespielt, aber so etwas hat es in der Form nirgends gegeben. Und das bestätigen auch alle Kicker, die einmal hier waren.

 

Wenn man die letzten zehn Jahre Revue passieren lässt, waren die letzten Trainer, die nicht funktioniert haben bei Sturm Gilbert Gress und Peter Hyballa. Leute, die von außen reingekommen sind – im Unterschied zu Ex-Spielern wie Foda oder Petrovic. Fehlte ihnen der Sinn für das, was Sturm auszeichnet? Schopp: Gress und Hyballa sind jeweils nach einer sehr erfolgreichen Zeit zu Sturm Graz gekommen. Nach solchen Phasen kann es sein, dass man als Klub neuen Input möchte. Man muss aber das Innenleben eines Vereins zulassen und respektieren. Es ist gut, wenn Leute ihren eigenen Weg gehen, aber sie müssen das Alte mit dem Neuen bereichern und noch größer machen.

 

Günther Neukirchner und Mario Haas, Sie haben Gilbert Gress erlebt. Woran ist er denn gescheitert? Neukirchner: Jeder Trainer hat seine eigenen Ideen und Verhaltensregeln. Die Idee damals war, einen Peitschenknaller zu holen. Das war eine große Umstellung und hat eben nicht funktioniert. Aber man kann von jedem Trainer profitieren, und es heißt nicht, dass ein Trainer schlecht ist, nur weil er bei einer Mannschaft nicht erfolgreich sein kann.

 

Schopp: In dieser Phase nach Osim war es ja auch so, dass es einen Schnitt gegeben hat und viele junge Spieler am Platz standen, die von Routiniers geführt wurden. Diese Situation war also jener Mitte der 1990er nicht unähnlich. Der einzige Unterschied war aber ein ganz großer: die Erwartungshaltung. Was hatten wir damals schon zu verlieren?

 

Haas: Gar nichts.

 

Das gesamte Interview sowie insgesamt 28 Beiträge rund um den Traditionsverein lesen Sie im SturmEcho #337, das ab sofort im Sturm-Fanshop erhältlich ist und in diesen Tagen an alle Abonnenten, Mitglieder und Dauerkartenbesitzer versendet wird. Bestellung unter shop.sksturm.at, Abos unter echo@remove-this.sksturm.at oder +43 316 771 771.