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SturmEcho #331: Arzttermin

Die 331. Ausgabe des SturmEchos widmet sich der medizinischen Abteilung des SK Sturm – und das intensiv.

 

Bis zu neun Verletzte musste das Team rund um Athanasius Puskuris in jüngster Vergangenheit gleichzeitig behandeln. Wir haben uns mit dem Arzt über die Möglichkeiten der Sportmedizin, den AC Milan, Pech und die Anspannung während der Spiele unterhalten.

 

Sportkoordinator Hans Lang erzählt im SturmEcho-Interview vom möglichen Paradigmenwechsel zurück zu regionalen und nationalen Talenten, Vizepräsident Günther Niederl vom Liebenau-Toni und neuen Maßnahmen im Fan-Service.

 

Matthias Koch berichtet über seine Vorliebe zu Kernöl, Gilbert Prilasnig über moderne Formen des Fußballtrainings im Jugend- und Akademiebereich. Eltern junger Sturm-Talente erzählen von den zahlreichen Kilometern, die sie für den Traum der Kinder fahren und Mario Karner gewährt Einblicke in die Damen-Mannschaft von Sturm Graz.

 

Das Titelthema bestimmt auch den historischen Teil des Klubmagazins. Das SturmEcho erzählt von Sturms Gewinn des Fairnesspokals der Welt am Sonntag im Jahre 1958. Dazu werden elf schwere Verletzungen der schwarz-weißen Vereinsgeschichte nominiert. Schließlich erinnert sich Eisenfuß Franz Reiter an seine zahlreichen Verletzungen und spricht darüber, wie er auch heute noch an sich selbst Hand anlegt.

„Wir wollen den regionalen Weg gehen“

(Interview: Christian Kozina, Peter Wagner / Foto: GEPA pictures)


Hans Lang ist zurück. Der 57-Jährige folgt Sturms ehemaligem Sportdirektor Oliver Kreuzer. Doch nicht nur seine Bezeichnung unterscheidet ihn von seinem Vorgänger. Der neue Sportkoordinator im SturmEcho-Interview über den Paradigmenwechsel in Sturms sportlicher Ausrichtung, und warum er für Sturm gerne Freizeit opfert.

 

Hans Lang, Sie sind nach vier Jahren wieder zu Sturm zurückgekehrt. Mit welchen Zielen sind Sie an Ihren Posten herangetreten? In erster Linie ist es eine wirklich tolle Aufgabe, wieder bei Sturm Graz tätig sein zu dürfen. Es wurde vereinbart, dass man nun den Weg auf nationaler und regionaler Ebene beschreiten wird und Sturm hier wieder bekannter machen will. Es ist dahingehend schon einiges passiert, aber dieser Bereich soll dennoch weiter gestärkt werden. International haben wir durch Franco Foda natürlich auch gute Kontakte, der Schwerpunkt liegt aber ganz klar im regionalen und nationalen Bereich.

 

Sie sprechen Franco Foda an. Was sind eigentlich Ihre Aufgaben als sportlicher Koordinator hinsichtlich der Unterstützung des Cheftrainers? Ganz grundsätzlich halte ich nicht allzu viel von Jobbezeichnungen. Sportkoordinator oder Sportdirektor – das ist egal. Wichtig ist, was unter dem Strich dabei heraus kommt. Bei Sturm wurde eine Person gesucht, die die Kommunikation innerhalb des Vereines in allen Sparten und Bereichen koordiniert und dadurch kürzere Wege möglich macht. Egal, ob im Büro, im Jugendbereich oder bei den Aktiven, ich bin die zentrale Ansprechperson, die alles koordiniert und versucht, schneller zu machen.

 

Inwiefern sind Sie auch ein Sportdirektor, der für Spielertransfers zuständig ist? Im Bereich der Profis unterstütze ich Franco Foda bei administrativen Tätigkeiten. Bei Spielertransfers arbeiten wir eng zusammen: Franco deckt das Sportliche ab, ich das Administrative. Man muss eigentlich nicht viel darüber diskutieren, wer welche Kompetenzen hat. Das hat sich mittlerweile eingespielt.

 

Wie funktioniert das genau, wenn jetzt zum Beispiel ein neuer Spieler gesucht wird? Oft werden uns ja Spieler angeboten. Diese werden dann zunächst im sportlichen Bereich abgecheckt. In weiterer Folge werden auch das Präsidium und die Finanz-Verantwortlichen miteingebunden. Im sportlichen Bereich entscheidet Franco Foda, ich kümmere mich dann um die Formalitäten.

 

Das war bei Oliver Kreuzer ja tatsächlich anders, der Spieler aktiv gesucht hat. Oliver Kreuzer hat sich viel im internationalen Bereich bewegt und hat so viele interessante Spieler für Sturm ausfindig gemacht. Derzeit ist es so, dass im nächsten Jahr sehr viele Verträge auslaufen. Hier gilt es, bis März oder April zu entscheiden. Franco Foda und ich sind drauf und dran mit jenen Spielern, für die wir keine Option zur Vertragsverlängerung besitzen, Gespräche zu führen.

 

Gibt es Tendenzen bei den Spielern, deren Verträge jetzt auslaufen? Wir werden jetzt einmal mit Spielern reden, deren Verträge auslaufen und die keine Option haben. Das sind aber nur erste Gespräche, um möglicherweise vorzeitig eine Einigung erzielen zu können. Falls das nicht möglich ist, muss man sich natürlich um einen adäquaten Ersatz umschauen. Zunächst versuchen wir dann im nationalen Bereich jemanden zu finden, der die Lücke schließen kann. Falls das nicht der Fall sein wird, sehen wir uns auch international um.

 

Inwiefern ist das ein Paradigmenwechsel, dass mit Ihnen nun eher der nationale Bereich abgedeckt werden soll, wenn man einen neuen Spieler sucht? Es hängt immer davon ab, auf welchem Level wir uns bewegen. Die regionalen Spieler, die wir holen, können in erster Linie über die Akademie-Mannschaften oder die Amateure den Weg in die Erste finden. Dass hier gleich jemand in die Kampfmannschaft einsteigt, ist schwierig. Dennoch, wenn interessante Spieler zu haben sind, wird man sicher zuerst diesen Weg wählen.

 

Sie haben bei Ihrem Amtsantritt auch von einem Scouting-Netz gesprochen. Wie geht es damit voran? Es besteht derzeit ein Scouting-Netz, das wir gemeinsam weiterentwickeln wollen. Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan, dennoch ist es nach wie vor ausbaufähig. Wir wollen wieder mehr auf den Fußballplätzen des Landes anzutreffen sein, da auch schon die anderen Bundesliga-Mannschaften in der Steiermark ihre Fühler ausgestreckt haben.

 

Kommen wir zur aktuellen Situation. Waren Sie froh, als die Teamchef-Debatte vorbei war? Ich war nicht ganz glücklich über die Vorgangsweise, die der ÖFB gewählt hat. Diese Herangehensweise war eben die klassische österreichische Lösung. Deshalb bin ich schon froh, dass das nun zu Ende ist.

 

Wie viel Unruhe hat die Diskussion bei Sturm hineingebracht? Doch ein wenig, obwohl die Spieler Profis genug sind, um zu erkennen, dass es sie nicht in erster Linie betrifft. Es hat aber doch zu nerven begonnen, weil kein Tag mehr vergangen ist, an dem Franco Foda nicht als Kandidat für den Teamchef-Posten in den Medien war – für ihn sicher eine große Ehre.

 

Sehen Sie in der Teamchef-Debatte auch eine Ursache für den durchwachsenen Saisonstart? Ich glaube nicht, dass diese Teamchef-Diskussion in irgendeiner Form auf die Mannschaft abgefärbt hat. Ursache waren eher die zahlreichen Ausfälle, die nicht vorhersehbar waren. Zurückzuführen sind diese auf die Belastung mit Meisterschaft, Cup und Europa League. Außerdem konnten wir einige Spieler erst zu einem späteren Zeitpunkt holen, wodurch diese dann die Vorbereitszeit nicht mitmachen konnten. Jürgen Säumel beispielsweise ist gekommen und hat dann gegen Rapid gleich gespielt. Wir haben gewusst, das kann nicht so weitergehen und haben ihn deswegen gegen Salzburg geschont. Dennoch war die Belastung zu hoch – ähnlich, war es auch bei Milan Dudic´, der sich im Sommer selbst fit gehalten hat. Hinzu kamen dann noch die Unfälle, die immer passieren können. Durch die vielen Ausfälle ist auch die Belastung für die verbleibenden Spieler immer weiter gestiegen, die dann eben zum Teil nicht ausreichend regenerieren konnten – eine Art Teufelskreis.

 

Aber der Kader hat doch eine ziemliche Breite? Ja, sicher. Es ist ja auch nicht so, dass wir komplett abgesackt sind. Wir haben ja nach wie vor Spiele gewonnen. Man hat aber gesehen, wie wichtig es ist, dass man so einen großen Kader hat. Die Spieler, die dadurch zum Einsatz gekommen sind, haben alle ihre Leistung gebracht. Hier sieht man auch die gute Arbeit unserer Nachwuchs-Abteilung, wenn dann Spieler wie Pürcher, Klem, Kainz, Neuhold oder Stangl in der Startformation stehen.

 

Was macht Hans Lang, wenn er nicht gerade seinem Job als sportlicher Koordinator bei Sturm nachgeht? Für Hobbies bleibt keine Zeit. Ich bin Teilzeitbeschäftigter bei der Sozialversicherungsanstalt. Anschließend bin ich für Sturm tätig. Wenn mein Arbeitstag beendet ist, ist der Tag bereits gelaufen.

 

Und diesen Rhythmus werden Sie beibehalten? Grundsätzlich habe ich das schon vor. Wir stecken jetzt im Anfangsstadium, wo sich vieles erst einspielen muss. Aber es macht mir irrsinnig viel Spaß, wenn ich das mit der Familie vereinbaren kann, ist es okay für mich. Irgendwann einen freien Sonntag zu haben wäre natürlich schön, ich habe aber gewusst, was auf mich zukommt, als ich den Job angenommen habe. Ich bin eben jemand, der, wenn er etwas angeht, das dann auch gescheit macht und 100 Prozent gibt. Wenn sich alles einmal eingespielt hat, habe ich vielleicht mehr Zeit für mich.Derzeit hat Sturm aber ganz klar Priorität.

 

Hans Lang war zwischen 1992 und 2007 in zahlreichen Positionen bei Sturm tätig – so baute er etwa die Akademie auf und war als Nachfolger von Heinz Schilcher als Manager tätig. Seit 22. Juli 2011 bekleidet er das Amt des Sportkoordinators.

Das SturmEcho #331 mit 28 Beiträgen ist ab 05. November 2011 in den Sturm-Fanshops erhältlich. Wer das SturmEcho nicht als Abonnent, Mitglied oder Dauerkartenbesitzer zugestellt bekommt, kann es sich hier per Abonnement sichern oder unter echo@remove-this.sksturm.at auch einzelne Ausgaben bestellen.

Weitere Informationen zum SturmEcho: 0316 / 771 771